Warum wünscht man sich ein Baby?

Seit ich weiß, dass mein Schatz Zweifel gegenüber unserer Babyplanung geäußert hat, habe ich viel Nachgedacht….

Warum wünsche ich mir ein Baby? Kann ich weitere Jahre warten? Werde ich schnell schwanger werden? Wäre ich auch ohne weitere Kinder glücklich? Was lässt meinen Partner zweifeln? Habe ich lange genug gewartet und sollte es jetzt „einfordern“ oder wäre das egoistisch? Kind im Studium? Oder im Referendariat? Was ändert sich finanziell? Brauchen wir wirklich noch vorher eine neue Wohnung? Ein neues Auto? ….

SO viele Fragen und jede Frage würde ich zwar beantworten können, aber auch die Antworten werfen neue Fragen auf…

Ich versuche es trotzdem…

Ich wünsche mir ein Baby, weil mein Herz sich danach sehnt. Ich wollte immer eine große Familie. Mein Bauchgefühl sagt, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist und meine Tochter wünscht sich schon so lange ein Geschwisterchen. Wenn ich Schwangere oder Babys sehe klopft mein Herz schneller und ich fange innerlich an über beide Backen zu grinsen, ich habe das Bedürfnis wieder diese Liebe zu empfinden. Ein weiteres Leben in die Welt zu setzen und alles zu geben, um es großzuziehen… Aber warum fühle ich so? Was fehlt mir? Welche Lücke füllt ein Baby? Habe ich vergessen wie viel Zeit ein Kind braucht? Ich weiß es nicht….

Ich würde noch warten… aber nur wenn es sein muss! Klar ich bin noch jung, aber meine Tochter bleibt auch nicht für immer 5. Irgendwann wird sie kein Interesse mehr an einem Geschwisterchen haben. Dann habe ich zwei Einzelkinder. Meine Tochter könnte durch ein Geschwisterchen viel lernen, da sie das einzige Kind in der ganzen Verwandtschaft ist, steht sie viel zu sehr im Mittelpunkt. Nicht gut für das Soziale Miteinander… Ich weiß aber, dass ich mich nicht wegen weiterer Jahre des Wartens von meinem Partner trennen würde. Anders wäre es wenn er KEINE Kinder mehr wollen würde.

Ich gehe jetzt davon aus, dass ich schnell schwanger werde, da ich damals ungeplant schwanger wurde, als ich durch diverse Unverträglichkeiten einen Marathon von Pillenwechsel durchgemacht habe. Aber jetzt habe ich weitere 5 Jahre mit hormoneller Verhütung durchgemacht. Ich hatte die Mirena-Spirale. Man hört viel von Fehlgeburten und langer Wartezeit nach der Mirena. Wer weiß also wie lange es dauern wird. Jetzt während der Pilleneinnahme habe ich selbst in der Pillenpause keinerlei Mens. Vielleicht ist meine Gebärmutter durch die Spirale etwas eingerostet…

Mein Schatz liebt mich und meine Tochter, das weiß ich. Ich weiß aber auch, dass er in letzter Zeit oft gestresst und genervt ist, auch wenn er in der Uni grade nicht viel zu tun hatte. Er träumt von der perfekten Familie, alle lieb und brav und gut erzogen, besseres Auto und statt der Wohnung lieber eine DHH. Das Töchterlein macht aber gerade eine Trotzphase durch und aufs-Wort-hören ist grade nicht immer drin. Dann möchte sie momentan auch viel getragen werden und nachmittags nicht einkaufen gehen, sondern frei haben. Wenn dann nicht alle nach ihrer Nase tanzen, macht sie das wahnsinnig. Und das wiederum meinen Schatz. Ein Teufelskreis. Seine finanziellen Wünsche erfüllen sich Ende 2016 Anfang 2017, dann winkt die Festanstellung und damit das neue Auto und die DHH.

Im Studium ist man flexibel und gerade in meinem Studiengang sind Kinder im Hörsaal keine Seltenheit. Wie es ist mit Kind zu studieren, weiß ich, ich habe ja schon eins. Mit Säugling ist es zwar etwas anders, aber ich wäre nicht die einzige Stillende Mutter im Hörsaal und den Satz unserer Professorin unterschreibe ich sofort: „Wer als angehende Lehrkraft nicht mit Kindergeschrei umgehen kann, sollte schleunigst den Studiengang wechseln!“ Das Referendariat ist für mich Neuland, aber ich würde finanziell besser versorgt sein. Mutterschutzgeld gibt es im Studium nicht und Elterngeld wäre im Ref. Mehr als doppelt so hoch. Aber brauchen wir wirklich so viel mehr Geld? Wenn das Baby  2015 kommen würde, wären es auch „nur noch“ 1 ½ Jahre bis wir es, finanziell gesehen, wieder ganz locker angehen könnten. Kostet ein zweites Kind wirklich so viel mehr in den ersten 2 Jahren? Klar Windeln und ab dem 1. Jahr ein Betreuungsplatz und und und… ich weiß es nicht 😦

Natürlich wäre ein neues Auto und eine DHH besser als der Kleinwagen und die Wohnung. Aber unsere Tochter hat auch das erste Jahr mit im Schlafzimmer geschlafen und eine Spielecke im Wohnzimmer haben wir sowieso. Der Kinderwagen hat vor 5 Jahren auch in den Kleinwagen gepasst, also brauchen wir es nicht zwingend, auch wenn es schöner wäre, wenn alles neu und groß und toll ist….

Mein Kopf beginnt mir zu sagen, dass es vernünftiger und einfacher wäre, wenn wir weiter warten. Aber mein Herz und mein Bauch wollen und können nicht mehr warten. Geld sollte nicht der Grund sein zu warten, oder? Und mehr Zeit hätten wir auf jeden Fall 2017… ich kann es nicht sagen… ich brauche euren Rat…

Darf man, wenn es um die Babyplanung geht, eine Pro- und Kontraliste machen? Helft mir ich bin verzweifelt…:(

Eure Jane

PS: Heute Abend wird geredet….

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Ein Gedanke zu “Warum wünscht man sich ein Baby?

  1. Hm. Deine Situation ist echt schwierig. Auf jeden Fall muss es EURE Entscheidung sein, aber das weißt du ja selbst – sonst würdest du nicht abwägen. Du hast auch in einem früheren Artikel geschrieben, dass du gern alles planst und durchorganisierst. Dass das beim Kinderwunsch nicht immer klappt, merke ich gerade selbst (und du weißt es ja auch). Deswegen bin ich eher ein Verfechter des „Auf-sich-zukommen-lassens“. Das Kind wird kommen, wenn der perfekte Zeitpunkt da ist. Das hast du ja schon bei deiner Tochter gesehen. Für sie war es der richtige Zeitpunkt, auch wenn es euch vielleicht nicht so vorkam. Was wäre gewesen, wenn ihr eure Tochter nicht bekommen hättet? Ich weiß, solche Gedankengänge sind müßig, aber ich denke wirklich, dass eh alles so kommt, wie es kommen soll. Auch wenn wir noch so viel planen. Sicher ist aber auch, dass eine gute Planung nicht verkehrt ist. Ich habe die Verhütung auch erst abgesetzt, nachdem ich mir relativ sicher in meiner Beziehung war (und immernoch bin). Also eine wahrlich verzwickte Situation – ich denke, eine Pro- und Kontra-Liste wird euch weiterhelfen (obwohl ich mir schon denken kann, was bei dir überwiegt ;-)). Ich hab dir wahrscheinlich jetzt nicht weitergeholfen, aber du schreibst ja schon selbst alles, was du bedenken solltest. Ich wünsch dir alles Liebe und dass ihr euren gemeinsamen Weg Richtung 2. Kind finden werdet!

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