Unser Rückflug … man wie kann man so viel Pech haben – Teil 1

Auf unserem Hinflug nach Deutschland hatten wir ja schon Pech (Zusammenfassung: 1. Flug hatte 2 ½ Stunden Verspätung. Anschlussflug nach Amsterdam verpasst. Eine Nacht in Houston schlafen müssen und erst Heilig Abend angekommen. Nerv.)

Aber unser Rückflug hat den Vogel abgeschossen. Am 4.1 sind wir bereits von Deutschland nach Amsterdam 5 Stunden mit dem Zug gefahren. Sind ins Hotel eingecheckt, um am nächsten Morgen um 11 Uhr von Amsterdam nach Chicago zu fliegen. Morgens am 5.1 aufgewacht und als allererstes mal den Flugstatus checken: CANCELED! *schock*

Schnell fertig gemacht, die Kleine und das Gepäck geschnappt und zu Fuß zum Flughafen gelaufen. Im Hotel hab ich noch schnell mal die Mails gecheckt, solange ich noch WLAN hatte und seh die Mail von Expedia: Ihr Flug wurde gecancelt, wir haben sie kostenlos umgebucht: Von Amsterdam nach Newark nach Houston nach Alabama. Prima. Los geht’s um 9 Uhr. Jetzt aber schnell, es ist ja schon halb 8 und der Koffer muss noch aufgegeben werden. Doch STOP der Flieger geht nicht heute am 5.1 sondern erst am 8.1 !!! *nochmalSchock*

Wir also wie die Irren zum United Airlines Schalter, wo schon ein Mitarbeiter alle Chicago-Gestrandeten aus der Check-In Reihe puhlt und zum Customer Service leitet. Wir hatten Glück und waren die 3. In der Schlange und waren schon nach 15 Minuten dran.

Eine nette Mitarbeiterin von UA erzählt uns von dem Schneechaos in Chicago und das der ganze Flughafen dicht ist… ja, das haben wir auch grade in den Nachrichten gelesen. Wir erzählen ihr von der Mail und unserer Umbuchung. Sie hält das für Quatsch. In Newark ist ebenfalls die Hölle los, da werden nämlich alle umgeleitet. Sie hat eine bessere Idee: Am 6.1 nach Detroit und von da aus am 8.1 nach Alabama. Schnell nachgucken wo Detroit liegt… ÄHM ja, da ist das Wetter genauso bescheiden, da die Flughäfen in derselben Schneewolke hängen, aber okay. Danach vergehen unglaubliche 2 ½ Stunden bis wir unsere Tickets in den Händen halten. Komischerweise dauerte es wieder nur bei UNS so lange… Und wo dürfen wir schlafen? Tja, da der Flug Wetterbedingt ausgefallen ist bezahlen wir nicht für das Hotel… Denkste. Das EU-Recht besagt da was anderes und zack haben wir ein Hotel. Für Gratis. Wenn ich hier schon festhänge, dann wenigstens ohne zusätzliche Kosten.

Das Hotel ist ganz schön mit Pool, Sauna und Fitnessraum. Aber das Beste war das Essen. Wir lieben Buffet. Ich mag die Auswahl, das Töchterlein das Aufstehen und die Selbstbedienung und der Schatz das „All-you-can-eat“. ^^

Am nächsten Morgen wieder zurück zu Flughafen. Koffer aufgeben. Sitzplätze arrangieren. Warten. Essen. Losfliegen.

8 Stunden später landen wir im schneeweißen Detroit bei -24°C. Nachdem wir vom Flieger zur US-Immigration gehechtet sind waren wir auch gottseidank weit vorne in der Schlange und nach einer halben Stunde immigriert. Mittlerweile war es aber auch schon 1 Uhr morgens deutscher Zeit (in Detroit entsprechend 7 Uhr abends). Jetzt noch schnell die Koffer schnappen und beim UA Customer Service ein Hotel organisieren. Tja denkste. Nach einer Stunde warten, in der nicht ein Koffer aufs Kofferkarussell gefallen war, legte ich mich stumpf auf den Boden, das Töchterlein im Arm und schlief erst mal.

Eine Stunde später weckte mich der Applaus der Leute, da der erste Koffer auf dem Karussell gelandet war. Da der Flieger recht groß war, wurden gleich zwei Karussells mit unseren Koffer bestückt. Aber nach 30 Minuten kamen keine Koffer mehr nach, obwohl noch hunderte Leute auf ihr Gepäck warteten. Und dann kam die Durchsage, dass alle Passagiere des Amsterdamfluges bitte zum Ausgang/Zoll kommen sollen. Ob mit oder ohne Koffer. Ehm ja ist klar. Ich warte hier doch nicht über zwei Stunden und gehe dann ohne meinen Koffer. Ich war nicht die einzige die so dachte, also gab man uns weitere 15 Minuten zum warten. Danke. Nach 15 Minuten warten schallte dann die Durchsage der Airline durch den Raum: Sie bekommen Ihre Koffer. Wir wissen nur noch nicht wann. Die Gepäcktür ist bei -24°C zugefroren uns lässt sich nicht mehr öffnen. HAHA schlechter Scherz. Nein wir warteten weitere 2 Stunden. Die Tochter schlief derweil weiter auf dem Flughafenboden. Zwitschenzeitlich hatte der Zoll nun angeordnet keine Passagiere mehr raus zu lassen, die nicht ihr vollständiges Gepäck haben. Wir waren also eingesperrt ohne jeden Snack- und Getränkeautomaten. War ich froh, dass das Kind schlief!

Um 4 Uhr dt. Zeit (22 Uhr Detroit) brachen wir jedoch ab, da der UA-Customer Service um 22 Uhr schließt und wir unbedingt ein Hotel für 2 Nächte brauchten. Der Zoll hatte Erbarmen mit uns und ließ uns gehen.  Die Schlange am Service-Schalter quoll über und versprach eine lange Wartezeit. Das Personal reduzierte sich jedoch von Minute zu Minute, war ja schließlich Feierabend. In der Schlange fingen die Leute an alle Hotels der Umgebung anzurufen, um noch ein Hotelzimmer zu ergattern. (An dem Tag waren auch in Detroit fast alle Flüge gestrichen. Im Umkreis von 20 Meilen waren alle Hotels ausgebucht.)Alles was ein Handy hatte nutzte es um Hotel zu kontaktieren. Ich wurde wahnsinnig. Ein Mann sprach mich an ob ich ein Telefon brauche, weil ich die einzige war, die nicht telefonierte. Und er erzählte auch, dass die kommende Nacht die kälteste seit 50 Jahren wird und man nicht länger als 10 Minuten draußen sein soll. Was für Nachrichten… Als wir endlich an der Reihe waren, hätte ich heulen können, vor lauter Anspannung. – Was mache ich nur, wenn ich kein Hotelzimmer bekomme? Ich kann doch nicht mit dem Kind zwei Tage auf dem Flughafen schlafen! Und wenn es wirklich 200$ die Nacht kostet? So viel Geld hab ich jetzt gar nicht bei mir… und und und) Am Schalter wurden wir gleich abgewimmelt, Hotel ist ausgebucht, sie bekommen nichts und so weiter und so weiter. Dann holte ich meinen Mann mit Tochter im Arm und sagte, dass uns in Amsterdam gesagt wurde, dass wir ein Hotel bekommen würden. Und zack spuckte der Drucker Hotel-, Shuttle- und Essensgutscheine aus. Mir viel ein Berg vom Herzen.

Jetzt keine Zeit verlieren. Schnell zum Koffer-Service und eine Beschwerde aufgeben, damit wir unseren Koffer je wiedersehen. In der Schlange standen hunderte von Menschen. Das tun wir uns jetzt nicht an. Wir kommen morgen wieder. Ab zu den Shuttle-Bussen und zum Hotel.

Bereits im Flughafen bildete sich eine lange Schlange die zu den Taxen und Shuttle führte. Und bereits hier war es schon sehr kalt. Die Schlange führte eine lange Treppe nach unten in einen Raum voller Menschen die auf ein Taxi warteten, dass sie zum Hotel bringen würde. Shuttlebusse gab es keine. Egal der Gutschein geht auch fürs Taxi.

Wir standen brav in der Schlange an und mit jedem Schritt wurde es kälter. Bei der Treppe angekommen sahen wir auch wieso: Der Raum unten hatte elektrische Schiebetüren, die mehr offen als zu waren, dadurch hatte der Raum die Außentemperatur angenommen. Als meine Tochter, mittlerweile erwacht mit Socken an den Händen und zwei Wolldecken umhüllt, mit jedem Schritt blasser wurde, sah ich keinen Grund mehr zu warten. Ich bestand auf das nächste Taxi und wir drei teilten es mit einer anderen Mutter mit Kind. Mehr Kinder sah ich in dem Raum zwischen den hunderten von Menschen nicht. Im Taxi waren es locker 30°C und trotzdem dauerte es die gesamte Fahrt (30 Minuten) bis wir unsere Füße und Nasenspitzen wieder spürten. Ich wusste nicht, dass Atmen bei diesen Temperaturen einfach nur weh tut.

Im Hotel fielen wir einfach nur noch ins Bett.

Teil 2 kommt übermorgen 🙂

Eure Jane

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