Gewissensbisse

Wie ich euch bereits erzählt hatte, hat meine 8 Jahre ältere Schwester letzte Woche einen Antrag bekommen. Ich habe sie von ganzem Herzen lieb und gönne ihr das Glück nach 12 Jahren Beziehung endlich gefragt worden zu sein. Dennoch verspüre ich tief in meinem Bauch und meinem Herzen Trauer. Darüber, dass ich trotz gemeinsamen Kind und über 8 Jahren Beziehung noch nicht gefragt wurde. Darüber, dass ich seit Jahren meine Hochzeit plane und nun Angst habe, dass ihre Ideen auch meine sind und sie nachher denkt, ich würde ihre nach machen… auch die Angst, dass sie womöglich die gleichen Lokations wählt, die ich auswählen wollte. Darüber, dass Hochzeit für sie nie wirklich das Thema war und für mich schon, und sie bald heiratet und ich nicht. Und ganz besonders darüber, dass meine Tochter jetzt zuerst auf ihrer Hochzeit Blumenmädchen sein wird *schnief*

Nennt es vielleicht albern, aber ich habe zwei Tage immer wieder losgeheult, war non-stop mit meinem Gedanken bei diesem Thema und bin sogar deswegen bei Rot über eine große Kreuzung gefahren, weil ich so in diesen Gedanken steckte (Gott sei Dank ist nichts passiert).

Mein Schatz weiß wie viel es bedeutet, dennoch hat er mich noch nicht gefragt, wahrscheinlich, weil wir beide wissen, dass wir es tun werden, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass er mich einfach schon gefragt hätte, reserviert sozusagen, damit ich meine Gedanken und Ideen einfach schon öffentlich machen kann. Deswegen war ich wohl auch etwas sauer auf ihn die letzten Tage, aber meine Emotionen konnte ich einfach nicht zügeln.

Für mich bedeutet auch eine Verlobung nicht, dass man noch im selben Jahr heiraten muss, sondern einfach eine öffentliche Bekundung seiner Liebe und der Wille Heiraten zu wollen.

Nun ist es so, dass ich gerne am Jahrestag 2016 heiraten wollte. Dafür spricht, dass wir beide dann genau 10 Jahre zusammen sind, kurz davor stehen unsere Jobs anzunehmen und umziehen werden. Ein großes Jahr also. Ich möchte gerne, dass er meinen bzw. unseren Nachnamen annimmt, und er somit schon mit seinem neuen Namen in den neuen Job geht und ich habe immer davon geträumt, dass ich nach unserer Hochzeit über die Schwelle unserer neuen Wohnung getragen werde: Eben ein richtig neuer Lebensabschnitt.

Jetzt kommen jedoch die ZWEI GROßEN ABERS:

  1. Das Budget für diese Hochzeit würde „nur“ etwa 7-8 Tausend Euro hoch sein

Und das 2. viel größere ABER wäre

  1. Meine Schwester würde auch erst 2016 heiraten, und höchst wahrscheinlich erst im Sommer. Das heißt, wir würden noch vorher heiraten.

Jetzt plagen mich Gewissensbisse, ob wir das machen sollen oder nicht. Von unseren/meinen Plänen weiß ja noch niemand, von ihren seit letzter Woche alle. Für uns wäre unsere Planung natürlich optimal, aber ich will jetzt auch nicht ihre Pläne crashen.

Was tun? Aus Liebe zu meinem Schatz mit ihm dann heiraten, wann es uns passt und perfekt wäre oder aus Liebe zu meiner Schwester darauf verzichten, schließlich hat sie sich offiziell zuerst verlobt, ist länger mit ihrem Freund zusammen, ist 8 Jahre älter und hat mehr Geld für eine schönere Hochzeit…

Ich bin verzweifelt und traurig und habe wegen der ganze Sache fürchterliche Gedankenbisse…

Helft mir und gebt mir einen Rat

Eure Jane

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Aber…

Letzte Woche habe ich erfahren, dass sich meine Schwester verlobt hat! Total romantisch auf einer einsamen Insel. Ihr Zukünftiger ist ein echter Vorzeige-Mann, smart und im besten Alter. Die beiden sind schon über 12 Jahre ein Paar und verdienen zusammen einen riesen Haufen Asche – die Hochzeit wird der Hammer, dass weiß ich jetzt schon.

Ich liebe meine Schwester und auch er ist eher wie ein Bruder für mich, als mein Schwager und ich gönne ihnen alles Glück auf der Welt…

ABER trotzdem habe ich tief in mir ein Gefühl, dass sich wie Neid anfühlt, obwohl ich Neid HASSE!!! Neidische Menschen fressen jedes glückliche Gefühl und versauen damit alles! Ich will nicht neidisch sein, aber dennoch scheine ich es zu sein… =(

Ich möchte doch auch einfach nur … seit über 5 Jahren wünsche ich es mir sehnlichst zu heiraten, ich möchte einfach die Fragen aller Fragen gestellt bekommen und auch nach außen hin offiziell eine richtige Familie sein… alle haben den selben Nachnamen und mein „Freund“ wird mein „Mann“. (Selbst unsere Tochter bettelt schon seit knapp einem Jahr immer wieder danach, zum einen weil sie weiß wie sehr ich es will und zum anderen, weil sie will, dass ihr Papa den gleichen Nachnamen wie sie hat)

Ich brauche auch keinen Diamantring (wie sie), mir würde auch einer aus Alufolie oder einer Cola-Dose reichen…

Seit knapp 2 Jahren tragen ich immer einen Ring mit mir in der Handtasche, um ihn zu fragen, getraut habe ich mich bisher nicht und es wird wohl auch nicht dazu kommen, denn ER WILL mich fragen und so würde ich ihm alles kaputt machen…

Ich bin glücklich für meine Schwester, aber auch traurig für und über mich selbst…

Igitt, jetzt verfalle ich auch noch in Selbstmitleid… ich ekel mich gerade vor mir selbst… =(